Schon 20 Jahre her: Diese Songs liefen damals in den Charts

Kaum zu glauben, dass diese Songs schon 20 Jahre alt sind. Wir verraten euch, was 1998 in den Charts war.

Das Jahr 1998 war für so einige Musiker ein Erfolgsjahr, die manche schon abgeschrieben hatten: Robbie Williams‘ Solokarriere kam nach seinem gefloppten, ersten Solo-Album doch noch in Schwung, Madonna erfand sich (wieder einmal) neu und Cher hatte ihre musikalisch erfolgreichste Zeit. Außerdem brachte ein Anfang des Jahres verstorbener Popstar posthum ein neues Album heraus …

Falco: Out Of The Dark

Falco alias Hans Hölzl war der größte Popstar Österreichs und starb 1998 im Alter von 40 Jahren bei einem Autounfall in der Dominikanischen Republik. Der Text des Songs „Out of the Dark“ des (fast) gleichnamigen Albums befeuerte Gerüchte, Falco habe sich selbst getötet. Besonders Textzeilen wie „Muss ich denn sterben, um zu leben?“ feuerten die Gerüchte an.

©Curt Themessl

Spice Girls: Viva Forever

Mit Gerüchten anderer Art hatten 1998 die Spice Girls zu tun. „Viva Forever“ sangen sie, doch gemunkelt wurde, dass es Auflösungserscheinungen gebe – und siehe da, tatsächlich verließ in diesem Jahr Geri Halliwell die Band. Zwei Jahre lang hatten Melanie Brown, Melanie Chisholm, Victoria Beckham (die damals noch Adams hieß), Emma Bunton und eben Geri Halliwell sagenhaften Erfolg. Der Ausstieg von „Ginger Spice“ markierte den Anfang vom Ende dieser Karriere.

©ADC-DIFFUSION / SIPA

Backstreet Boys: As Long As You Love Me

Das männliche Pendant der Spice Girls, die Backstreet Boys, hielten sich länger. Tatsächlich haben sie sich bis heute nicht aufgelöst, auch wenn einige Bandmitglieder zwischendurch etwas anderes gemacht haben. „As Long As You Love Me“ stammt von ihrem zweiten Album. Mittlerweile haben Howie Dorough, A. J. McLean, Nick Carter, Brian Littrell und Kevin Richardson acht herausgebracht – und arbeiten an einem neunten.

©Kevin Winter/ABC/ImageDirect

Madonna: Frozen

Acht Alben sind fünf mehr, als die Spice Girls zu verzeichnen haben. Aber natürlich wenig im Vergleich zu den 13, die Madonna seit Anfang der 1980er auf den Markt gebracht hat. Madonna ist nicht nur eine der erfolgreichsten Musikerinnen der Geschichte. Spätestens seit „Ray of Light“, aus dem „Frozen“ ausgekoppelt wurde, gilt sie auch als eine der vielseitigsten.

©Ian Gavan/Getty Images for Gucci

Céline Dion: My Heart Will Go On

Das würde man von Céline Dion nicht sagen, obwohl sie in mehreren Sprachen singt und sowohl mit französischen als auch mit englischen Songs sehr erfolgreich war. 1998 hat sie Madonna aber in Sachen Single-Verkaufszahlen hierzulande eindeutig ausgestochen: „My Heart Will Go On“ (falls es jemand nicht weiß: der Titelsong des ebenso erfolgreichen Films „Titanic“) war 13 Wochen lang auf Platz 1.

©Carlos Alvarez/Getty Images

Die Ärzte: Ein Schwein namens Männer

Platz 2 der Single-Jahrescharts teilten sich 1998 zwei Formationen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Die einen sind Die Ärzte, die es (mit Unterbrechungen) seit 1982 gibt, der andere ist … dazu gleich mehr. Gleichwohl Die Ärzte schon damals auf eine glorreiche Musikerlaufbahn zurückblicken konnten, war „Männer sind Schweine“ ihr erster Nummer-1-Hit in den Single-Charts. „Schrei nach Liebe“ – obwohl viel früher veröffentlicht – kam erst 2015 im Zuge einer Aktion gegen Fremdenfeindlichkeit ganz nach oben.

©Jörg Steinmetz

Oli P.: Flugzeuge im Bauch

Die Ärzte hielten sich sieben Wochen an der Charts-Spitze, genauso lange wie Oliver Petszokat alias Oli P. Petszokat verfolgte TV- und Musik-Karriere von Anfang an parallel, wurde aber musikalisch erst bemerkt, als er in der RTL-Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ mitspielte. Er nutzte diese Bekanntheit und die Bekanntheit eines Grönemeyer-Songs, den er coverte, und landete mit „Flugzeuge im Bauch“ prompt ganz oben in der Hitliste.

©Sony Music / Sacha Kramer

Modern Talking: You’re My Heart, You’re My Soul ’98

Ihre Bekanntheit und die Bekanntheit eines eigenen Songs nutzten hingegen Thomas Anders und Dieter Bohlen, als sie 1998 ihren 14 Jahre alten Song „You’re My Heart, You’re My Soul“ noch einmal herausbrachten. Das Lied war die erste Auskopplung ihres ersten Albums nach ihrer Wiedervereinigung, die beiden hatten Modern Talking 1987 aufgelöst. Angeblich, weil sich Anders‘ Frau Nora zu sehr in Bandfragen eingemischt hatte. Das Comeback dauerte bis 2003, seitdem gehen Anders und Bohlen wieder getrennte Wege.

©Manfred Esser

Nek: Laura non c’è

Um eine Trennung geht es auch im größten Hit des italienischen Sängers Nek. „Laura“ heißt die Angebetete, die aber leider nicht mehr da ist („non c’è“). Was das deutsche Publikum angeht, kann man mittlerweile leider auch über Nek sagen: „Non c’è“. Er macht aber nach wie vor Musik und wird in Italien auch nach wie vor gern gehört.

©Warner Music

Eros Ramazzotti & Tina Turner: Cose della vita – Can’t Stop Thinking of You

Nek hat aber nicht geschafft, was Eros Ramazzotti gelang: international über längere Zeit gefragt zu sein. Das liegt vielleicht auch ein bisschen daran, dass sich Eros immer wieder bekannte Duett-Partner an die Seite holte. Mit Tina Turner sang er „Cose della vita – Can’t Stop Thinking of You“, andere Duett-Partner waren unter anderem Andrea Bocelli, Anastacia und Joe Cocker. Seinen Durchbruch hatte Ramazzotti übrigens wie Nek beim Musikfestival in San Remo.

©Andreas Rentz/Getty Images

Guildo hat uns lieb

Nur naheliegend, dass der überpräsente Stefan Raab auch bald die ganz große Musikbühne für sich entdeckte. Im Mai 1998 begleitete er die „singende Nussecke“ Guildo Horn zum Eurovision Song Contest nach Birmingham: als Komponist „Alf Igel“ – das Pseudonym war unschwer als Verballhornung des Grand-Prix-Urgesteins Ralph Siegel zu erkennen. „Guildo hat Euch lieb“ schaffte es auf Platz sieben. Zwei Jahre später übertraf Raab den Überraschungserfolg mit Platz fünf in Stockholm für den von ihm selbst gesungenen Gaga-Song „Wadde hadde dudde da“. Sein ganz großer ESC-Triumph stand da freilich noch aus …

©EMI Music Germany

Aqua: Barbie Girl

Über ESC-Erfahrung verfügt auch die dänische Band Aqua. Allerdings nicht als Teilnehmer, sondern als Pausenfüller beim ESC 2001 in Kopenhagen. Aqua sind nicht (wie man vielleicht glauben könnte) die Erfinder des sogenannten „Bubble-Gum-Pop“, der kurz gesagt „Pop auf Kinderlied-Niveau“ ist, aber mit „Barbie Girl“ ein würdiger Vertreter. Kurz nach dem ESC-Auftritt trennte sich die Band. Seit 2007 ist sie wieder zusammen, sie tritt vor allem auf Festivals auf.

©Thorsten Overgaard/Getty Images

Loona: Bailando

Wem der Begriff „Bubble-Gum-Pop“ nicht geläufig ist, würde Aqua wahrscheinlich unter „Eurodance“ einordnen. In die Kategorie gehört auch Loona, bestehend aus der niederländischen Sängerin Marie-José van der Kolk und DJ Sammy, die mit „Bailando“ die Charts eroberten. Letzterer ist mittlerweile nicht mehr dabei, van der Kolk hat aber noch vor vier Jahren ein neues Album veröffentlicht. Dass es zuletzt aber nicht mehr so lief, zeigte sich auch daran, dass sie vor einigen Jahren eine Beziehung mit dem Model Gina-Lisa Lohfink inszenierte.

©SonyBMG / Gavinha

Robbie Williams: Angels

„Eine Beziehung inszeniert“ passt wohl auch ganz gut auf die eine oder andere Boyband. Denn die drei oder vier oder fünf Freunde, die man in ihnen sehen will, waren Take That zum Beispiel nicht. Zwischen Gary Barlow und Robbie Williams soll es ziemlich geknirscht haben, 1995 stieg Williams aus der Band aus. Der Erfolg als Solo-Künstler ließ ein bisschen auf sich warten, aber er kam. Noch heute grölen sich in den Armen liegende Menschen seinen Hit „Angels“. Inzwischen dürfte er eines der erfolgreichsten Ex-Mitglieder einer erfolgreichen Band überhaupt sein.

©Julian Broad / Farrell Music Ltd.

Aerosmith: I Don’t Want To Miss A Thing

Als die US-Band Aerosmith 1970 gegründet wurde, war Robbie Williams noch gar nicht geboren. Sänger Steven Tyler ist am 26. März 70 Jahre alt geworden – was ihn aber nicht daran hindert, mit Aerosmith weiterhin auf Tour zu gehen. „I Don’t Want To Miss A Thing“ war der erfolgreichste Song der Band. Er war auf dem Soundtrack zu dem Film „Armageddon – Das jüngste Gericht“, in dem auch Tylers Tochter Liv mitspielte, zu finden.

©Jonathan Leibson/Getty Images for Celebrity Fight Night

Phil Fuldner: The Final

Ein Soundtrack spielte auch bei dem größten Hit des deutschen DJs und Musikproduzenten Phil Fuldner eine Rolle. Er nahm sich nämlich die von Christian Bruhn komponierte Titelmelodie von „Captain Future“ vor. Fuldner machte daraus einen Remix namens „The Final“ und schnitt für das Video Szenen aus der Anime-Serie zusammen, die in den 1980-ern lief und die erste einer Reihe von Anime-Science-Fiction-Serien war, die in dieser Zeit populär wurden.

©Thomas Niedermueller/Getty Images

Run-D.M.C vs. Jason Nevins: It’s Like That

Musikalisch wurde in den 1980-ern der Hip-Hop populär – und so stammt die ursprüngliche Version von Run-D.M.C.s „It’s Like That“ tatsächlich aus dem Jahr 1983. Zum Nummer-Eins-Hit wurde sie aber erst im Remix von Jason Nevins rund fünfzehn Jahre später. Mittlerweile gibt es Run-D.M.C. nicht mehr. Als 2002 eines der Bandmitglieder – Jam Master Jay – erschossen wurde, machten auch die anderen beiden nicht weiter. Der Rolling Stone listet Run-D.M.C. übrigens auf Platz 48 der bedeutendsten Musiker aller Zeiten.

©Hulton Archive/Getty Images

Ricky Martin: The Cup Of Life

Zu den bedeutendsten Musikern aller Zeiten gehört Ricky Martin nicht, in Deutschland dürfte er aber Ende der 1990-er bekannter gewesen sein als Run-D.M.C. „The Cup of Life“ – einer der Songs zur Fußball-Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich – war sein größter Erfolg, aber jeder, der in dieser Zeit nicht komplett von Radio und Fernsehen abgekoppelt lebte, kann wahrscheinlich mindestens einen weiteren Ricky-Martin-Song nennen.

©Sony

Liquido: Narcotic

Einen Song von Liquido zu nennen, der nicht „Narcotic“ heißt, dürfte indes vielen schwerer fallen. Man wäre fast versucht, Liquido ein One-Hit-Wonder zu nennen, wenn sie nicht noch ein paar Platten herausgebracht hätten, die sich gar nicht so schlecht verkauft haben. Mittlerweile ist die Band aufgelöst, die ehemaligen Mitglieder machen aber noch weiter Musik.

©Virgin

Guano Apes: Open Your Eyes

Auch die Guano Apes, die 1998 die Charts mit „Open Your Eyes“ rockten, machen nach einer Trennungspause wieder Musik – und zwar gemeinsam. In diesem Jahr gehen sie in Russland auf Tour, im vergangenen haben sie das Zwanzigjährige ihres Debütalbums „Proud Like A God“ mit einigen Konzerten im deutschsprachigen Raum begangen. Ein neues Album scheint aber erstmal nicht in Sicht.

©BMG

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