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Teff – das Superfood bei Eisenmangel, Zöliakie & Co.!

Die Körner sind so klein wie Mohnsamen, aber in ihnen steckt eine unvergleichliche Power. Deswegen haben wir uns das Superfood aus Äthiopien einmal genauer angesehen.

Ursprung von Teff liegt in Äthiopien

Auch wenn der Name etwas lustig klingt und man den kleinen Mini-Körnchen gar nicht so viel Power zutrauen würde, ist Teff dennoch das absolute Superfood. In Äthiopien wird das Getreide seit über 6000 Jahren angebaut und es zählt somit zu den ältesten, domestizierten Getreidepflanzen der Menschheitsgeschichte. Dort ist Teff das Grundnahrungsmittel Nummer 1. Es wird zum Beispiel für die Zubereitung des Fladenbrots Injera verwendet, das in Äthiopien sogar als Teller- und Besteckersatz genutzt wird. Außerdem kann man aus Teff Brei, Bier und auch Schnaps herstellen. Darüber hinaus dient das Getreide als Viehfutter und kann in Verbindung mit Dung zum Verputzen von Häusern genutzt werden. Ganz schön vielseitig.

Teff Injera herzhaft
Die Teffpfannkuchen kann man je nach Geschmack anders bestreichen. ©iStock

In Äthiopien reiht sich ein Teff-Feld an das nächste und Millionen grüner Halme wiegen sich im Wind. An den silbernen Ährchen reihen sich ebenso viele kleine, schwarze Körner. Teff kann, als Fladenbrot oder als Pfannkuchen verarbeitet, einen ganzen Tag den Magen füllen und satt machen. In armen Ländern, in denen die Menschen mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen müssen, ist das eine wichtige Eigenschaft.

teff anbau
Für die Äthiopier ist Teff die wichtigste Lebensgrundlage. ©iStock

Teffkörner: Klein aber oho!

Ein Teff-Korn ist in etwa so groß wie ein Mohnsamen und hunderte wiegen weniger als ein einziges Weizenkorn. Trotzdem ist der Nährwert des Urkorns nicht zu unterschätzen. Teff ist reich an Kohlenhydraten, Eiweißen und Ballaststoffen. Allein 100 Gramm Teff enthalten 73 Gramm komplexe Kohlenhydrate, die, im Gegensatz zu isolierten Kohlenhydraten in Weißmehl oder Zucker, langsam vom Körper aufgenommen werden und somit länger Energie liefern. Dazu kommen 8 Gramm Ballaststoffe, die das Hungergefühl verringern und somit eine erfolgreiche Gewichtsabnahme unterstützen. Der Eiweißgehalt liegt bei rund 13 Gramm und somit zählt Teff zu den eiweißreichsten Getreidesorten der Welt.

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Die Power-Körner sind nur so klein wie Mohnsamen. ©iStock

Teff für Sportler & Schwangere

Vor allem Sportler und Veganer profitieren von der Wertigkeit. Der zweifache 10.000 Meter Olympia-Sieger Haile Gebreselassi schwört auf Teff und aß immer vor den Wettbewerben Teff-Gerichte. Der Eisenanteil ist allerdings umstritten. Roter Teff soll einen Anteil von 19 Milligramm haben und weißer Teff dagegen 11 Milligramm. Ebenso unterscheidet sich der in Europa angebaute von dem, der in Äthiopien angebaut wird. Letzterer wird noch ganz ursprünglich auf nacktem Boden gedrescht und da in Afrika dabei noch mit Eisen beschlagene Dreschflegel eingesetzt werden, wird dem Teff aus seinem Heimatland ein höherer Eisenanteil zugesprochen.

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Wichtiger ist dennoch, dass der tägliche Eisenbedarf eines Erwachsenen zwischen 1 und 2 Milligramm liegt und somit schon eine kleine Menge davon ausreicht, diesen zu stillen. Da Frauen vor allem in der Schwangerschaft an einer Eisenanämie leiden, ist der Verzehr von Teff-Gerichten eine pefekte Lösung. Außerdem ist Teff glutenfrei und kann die Symptome einer Zöliakie lindern. Ein echtes Superfood, oder?

Teff Teller Rezept
Ein wahrer Alleskönner. ©iStock

Superfood gleich Fair-Food?

In den letzten 25 Jahren haben sich Krankheiten wie Zöliakie und Unverträglichkeiten gegen Gluten nahezu verfünffacht, daher ist es kein Wunder, dass in den Industriestaaten die Nachfrage nach glutenfreien Produkten stetig steigt. Wer nun aber denkt, seinem Körper und den ortsansässigen Bauern etwas Gutes tun zu können, der liegt leider falsch. Zwar kann man Teff in zahlreichen Bio-Läden, Reformhäusern und auch im Internet zu horrenden Preisen kaufen, aber Fair Trade ist davon so gut wie gar nichts. Das Monopol für die Teff-Verarbeitung liegt nämlich nicht bei den Äthiopiern, sondern bei europäischen Unternehmen. Hinzu kommt, dass diese nicht einmal Verpflichtungen gegenüber den Äthiopiern haben und es letzteren verboten ist, Teff zu exportieren. Die meisten Bauern und auch die äthiopische Regierung möchten auch gar kein Teff im großen Stil exportieren. Das Getreide ist für die Bevölkerung essentiell,  denn es gibt ohne hin schon genug Hungerleidende in Äthiopien. Zahlt man also den hohen Teff-Preis, kommt dieser bis lang nicht einmal der afrikanischen Bevölkerung zu Gute. Trotzdem ist und bleibt Teff ein Power-Food. Erwerb und Verzehr sind letztlich eine wahre Gratwanderung.

Titelbild: ©iStock

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