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Marie Kondo: Die Aufräum­königin und ihr „Magical Cleaning“

Millionen Menschen lesen ihre Bücher, sie zählt zu den 100 einflussreichsten Personen der Welt und sie ist der Star ihrer eigenen Netflix-Serie: Marie Kondo begeistert mit ihrer einzigartigen Aufräumkunst.

Chaos-Kinder und Aufräum-Muffel hergehört! Marie Kondo und ihr „KonMari“-Prinzip bringen Ordnung in euer Leben. Und zwar ganz einfach, ganz schnell, mit wenigen Tipps und Tricks. Das Versprechen der 34-jährigen Japanerin: Wenn ihr fertig seid, werdet ihr nie wieder aufräumen müssen. Klingt unglaublich, oder?

Wir haben uns Marie Kondo, ihre Tipps und die Methode des „Magic Cleaning“ genauer angesehen.

Wer ist Marie Kondo?

Marie Kondo wurde 1984 in Tokio geboren und arbeitet seit ihrem 19. Lebensjahr als Ordnungsberaterin. Das bedeutet, die 34-Jährige berät ihre Kunden zum Thema Ordnung, Ordentlichkeit, Aufräumen und Entrümpeln. Sie gibt in Kursen ihre Tipps und Erfahrungen weiter und bildet sogar eigene Beraterinnen aus.

Ein aufgeräumtes Zuhause ist für Marie Kondo die Basis für innere Ordnung und damit eine Voraussetzung für Glückseligkeit. Ihre Methode hat sie in bislang drei Büchern festgehalten. Alle wurden zu Beststellern, über 7 Millionen Mal verkauft und in 27 Sprachen übersetzt. Das berühmteste Buch ist ihr erstes Werk: „Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert„. Darin beschreibt Marie Kondo die Hintergründe und die Grundlagen ihrer „KonMari“-Methode (Marie Kondo). Außerdem gibt die Mutter von zwei Töchtern Tipps für das korrekte und platzsparende Falten von Kleidungsstücken.

Schnell wurde Marie Kondo zu einer kleinen Berühmtheit. Nachdem sich ihr erstes Buch „Magical Cleaning“ allein in Japan über 1,2 Millionen Mal verkaufte, bekam sie eine eigene TV-Show in ihrem Heimatland. Doch spätestens seit der Netflix-Serie „Aufräumen mit Marie Kondo“, in der die Ordnungsexpertin zusammen mit einem Kamera-Team Messi-Wohnungen aufräumt, ist die 34-Jährige weltbekannt.

Mittlerweile lebt Marie Kondo mit ihrem Ehemann und ihren beiden Töchtern in Los Angeles.

Marie Kondo und die „Magical Cleaning“-Methode

Im Mittelpunkt der „KonMari“-Methode steht das Glück. Die 34-Jährige ist davon überzeugt, dass sich Glück erst einstellt, sobald Ordnung im eigenem Heim herrscht. Getreu dem japanischen Sprichwort:

Die Unordnung im Zimmer entspricht der Unordnung im Herzen.

Fun Fact: Ihr Nachname Kondo ist im Englischen zu einem Verb geworden und bedeutet „aufräumen“.

Nach Marie Kondo und der „Magic Cleaning“-Methode soll das Aufräumen „in einem Rutsch, in kurzer Zeit und perfekt“ von statten gehen. Sofern man sich an ihre Kategorien und an ihre Tipps hält. Dann, so verspricht es Marie Kondo, wird man nie wieder aufräumen müssen.

Das „Magical Cleaning“ von Marie Kondo folgt fünf grundlegenden Regeln:

  1. Das Aufräumen wird perfekt und in kurzer Zeit erledigt.
  2. Nicht nach Raum, sondern nach Kategorie aufräumen.
      • Heißt: Alles, was aufgeräumt werden soll, kommt auf einen Haufen.
  3. Die Glücksfrage:
      • Macht mich dieser Gegenstand glücklich?
  4. Erst ausmisten, dann aufräumen.
  5. Alles wird korrekt verstaut.
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1. Das Aufräumen wird perfekt und in kurzer Zeit erledigt

„Heute räumen wir die Küche auf und morgen das Wohnzimmer. Am Wochenende werde ich dann meinen Kleiderschrank ausmisten und endlich alle Rechnungen abheften.“ Die meisten Menschen neigen dazu, unliebsame Aufgaben wie Aufräumen und Ausmisten auf mehrere Tage zu verlegen. Genau das ist allerdings der falsche Ansatz, wenn es nach Marie Kondos Erfahrungen geht. Für sie ist das Schaffen von Ordnung kein stetiger Prozess, sondern etwas, das man schnell, konsequent und einmal erledigt.

2. Nicht nach Raum, sondern nach Kategorie aufräumen

Der „KonMari“-Methode zu Folge ist das Aufräumen schneller erledigt, wenn man der Abfolge von fünf Kategorien folgt und sich nicht einen Raum nach dem anderen vornimmt. Andernfalls würde der Prozess niemals ein Ende nehmen, behauptet Marie Kondo in „Magical Cleaning“.

Die 5 Kategorien nach der KonMari-Methode:

  1. Kleidung, Taschen, Schuhe
  2. Bücher
  3. Unterlagen, Dokumente,
  4. Komono: Kleinkram aus Küche, Bad, Garage, Kellerräumen
  5. Erinnerungsstücke

Marie Kondos Listen gibt es auch als PDF-Download im Internet!

Zunächst heißt es: Alles kommt auf einen Haufen. Richtig gehört. Alles, was sich aus einer Kategorie im gesamten Haushalt befindet, kommt auf einen großen Berg. Dieser Anblick ist essentiell, erklärt Marie Kondo in ihrem Buch. Wir verfallen in einen Schockzustand und visualisieren den übermäßigen Besitz, der sich in jedem Zuhause befindet. Dann wird ausgemistet.

Man beginnt mit Kleidung, Taschen und Schuhen. Das sind die Dinge, von denen wir uns am ehesten trennen können bzw. haben wir zu ihnen in der Regel kein emotionales Verhältnis. Außerdem werden wir mit dem Prozess des Ausmistens und des Wegschmeißens warm und gewöhnen uns daran. Anschließend folgen Bücher, Dokumente, die sogenannten Komono (Japanisch: Kleinkram) und Erinnerungsstücke. Von diesen können wir uns am schlechtesten trennen. Damit das Aufräumen nicht mit negativen Gefühlen beginnt, stehen diese an letzter Stelle.

Zunächst wird alles auf einen Haufen gelegt. Dadurch wird das Chaos visualisiert und das Aussortieren dadurch einfacher. ©Gettyimages
3. Die Glücksfrage

Jeder einzelne Gegenstand wird in die Hand genommen. Dann stellt man sich die Frage:

Macht mich dieser Gegenstand glücklich?

Marie Kondo empfiehlt auf das eigene Bauchgefühl zu hören und nicht zu lange über die Entscheidung nachzudenken.

Bekommt der Gegenstand ein Nein, wird er weggeschmissen. Bekommt er ein Ja, darf er bleiben.

Wichtig ist: Von denen, die uns verlassen werden, verabschieden wir uns und bedanken uns für die gemeinsame Zeit.

4. Erst ausmisten, dann aufräumen

Ein wichtiger Tipp von Marie Kondo: Man sollte bei einer Sache bleiben, erst ausmisten und dann aufräumen. Die Gegenstände, die weggeschmissen werden sollen, müssen zunächst entsorgt werden und den Haushalt verlassen. Erst dann kommt alles an seinen Platz.

5. Alles wird korrekt verstaut

Nach dem „Magical Cleaning“ folgt nun das perfekte Verstauen nach Marie Kondo. Alles bekommt einen eigenen festen Platz. Für Kleidung hat die 34-Jährige eine eigene Falttechnik entwickelt und auch die Anordnung der Kleidungsstücke im Schrank folgt der „KonMari“-Methode. Für Erinnerungsstücke empfiehlt Marie Kondo einen kleinen Altar einzurichten. Dort kommt alles hin, was uns lieb und teuer ist.

Wichtig: Dieser Ort wird nie größer und es gibt dort nur Platz für besonders wichtige Stücke.

Bei Kleidung fängt es an: eine optimierte Sockenschublade nach dem Prinzip von Marie Kondo. ©Gettyimages

Marie Kondo und „Magical Cleaning“ bei YouTube

Marie Kondo hat einen eigenen YouTube-Kanal, auf dem die Aufräumexpertin wertvolle Tipps und Tricks rund ums Thema Ordnung im eigenen Heim präsentiert. Außerdem zeigt sie ihren 250.000 Abonnenten in verschiedenen Videos wie man Shirts, Socken und sogar BHs nach ihrer „Magical Cleaning“-Methode faltet und korrekt verstaut. Darüberhinaus stellen sich einige von Marie Kondos „Magical Cleaning“-Beraterinnen vor und geben einen Einblick in ihre Arbeit. Die Videos sind allesamt auf Japanisch, enthalten allerdings englische Untertitel. Deutsche Videos bzw. Videos mit deutschen Untertiteln gibt es von der 34-Jährigen nicht. Marie Kondos YouTube-Kanal ist perfekt für alle diejenigen, die sich erst einmal ein Bild von der „Magical Cleaning“-Methode machen möchten und die herausfinden wollen, ob Marie Kondos Tipps etwas für ihr Zuhause sind.

Wem das noch nicht reicht, der kann sich die zahlreichen deutschen YouTube-Videos von Menschen ansehen, die bereits erste Erfahrungen mit der „Magical Cleaning“-Methode gemacht haben.

So geht’s: Marie Kondos Falttechnik

Marie Kondo wurde vom „Time“-Magazin sogar zu den 100 einflussreichsten Menschen der Welt gekürt. Das war 2015 – doch der Erfolg ihrer „Magical Cleaning“-Methode ist bis heute ungebrochen. Zahlreiche Blogger, Influencer und Menschen, die mit den Tipps der 24-Jährigen Ordnung in ihr Zuhause bringen wollten, berichten im Internet über ihre positiven Erfahrungen, die sie mit der Methode gemacht haben. Viele sehen in Marie Kondo eine Revoluzzerin, die ihnen zu einem neuen Leben verholfen hat. Doch inmitten des Lobes finden sich auch etliche kritische Stimmen, die die „Magical Cleaning“-Methode nicht als Trick für ein aufgeräumtes Zuhause sehen, sondern mehr als eine Lebenseinstellung, die sicherlich nicht jeder zu 100 Prozent umsetzen und annehmen kann. Außerdem werfen viele Menschen Marie Kondo vor, verschwenderisch zu sein.

Wir wissen: Gemäß ihrer Methode werden Dinge, die nicht glücklich machen, aussortiert und entsorgt.
Und: Den Erfolg ihrer Methode misst die Japanerin zum Teil an der Anzahl der Müllsäcke, die sie in ihrer Netflix-Show aus einem Haus schafft.

Doch ist dieses Vorgehen tatsächlich richtig? Am Ende muss jeder mit der Methode und den Tipps von Marie Kondo seine eigenen Erfahrungen machen. Immerhin kann man die Sachen spenden und noch etwas Gutes tun.

Titelbild: ©Gettyimages

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