Rätsel gelöst? Neues vom Ungeheuer von Loch Ness

Gibt es Nessie oder nicht - Forscher haben es nun herausgefunden.

Es soll bis zu 20 Meter lang sein und in den Tiefen eines Sees vor Schottland leben. Die Rede ist von Nessie – dem Ungeheuer von Loch Ness. Seit Jahrhunderten beschäftigt der Mythos um das rätselhafte Tier die Menschen. Gibt es Nessie wirklich und lebt tatsächlich ein riesiges Ungeheuer direkt vor der Küste Schottlands? Nun wollen Wissenschaftler das Rätsel endlich gelöst haben.

Nessie ist kein Dinosaurier

Neil Gemmell von der University of Otago und sein Team sammelten etwa 300 Wasserproben aus dem See Loch Ness südwestlich von Iverness und suchten nach DNA-Spuren von Lebewesen. So konnten sie bestimmen, welche Tiere in dem Gewässer leben und welche nicht. Fakt ist: Es konnten keinerlei Hinweise auf die Existenz von Urzeit-Reptilien festgestellt werden (Nessie wird häufig mit dem ausgestorbenen Plesiosaurier verglichen). Außerdem fand man keine Spuren von Haien und Stören – dafür aber reichlich DNA von Aalen. Die Wissenschaftler sind sich nun sicher, dass Nessie entweder ein Riesenaal oder eine Gruppe von Riesenaalen ist.

Neil Gemmell über die Methode:

Das ist der Vorteil der Umwelt-DNA: Sie ist ein extrem leistungsstarkes und robustes Werkzeug, um alle lebenden Wesen – sowohl groß als auch mikroskopisch klein – in einer Umgebung zu dokumentieren.

Plesiosaurier Neesie Loch Ness
Aufzeichnungen und Berichte erinnerten immer wieder an den längst ausgestorbenen Plesiosaurier. Die Forscher konnten allerdings keine Hinweise auf dessen Existenz finden. ©iStock

Herbe Enttäuschung für Nessie-Fans

Nach den Untersuchungen stellte Neil Gemmell die Ergebnisse direkt am Loch Ness vor und die Enttäuschung der zahlreichen Nessie-Fans, die jedes Jahr an den berühmten See pilgern, dürfte groß gewesen sein. Immerhin ranken sich seit Jahrhunderten Geschichten um das geheimnisvolle Wesen im Loch Ness. Erstmals erwähnt wurde ein Seeungeheuer übrigens im Jahre 565 in der Vita Columbae des Abtes Adamnan. Dort schrieb er über die Rettung eines Schotten durch den Columban von Iona:

Columban machte das Kreuzzeichen in die Luft und rief den Namen Gottes an, während er dem wilden Tier befahl: ‚Nicht mehr weiter! Berühre ihn nicht! Zieh dich sofort zurück!‘ Als das Tier die Worte des Heiligen hörte, floh es vor Angst, als ob es von Seilen von dort weggezogen würde, obwohl es nur eine kurze Entfernung vom Mann weg gewesen war.

Zahlreiche weitere Sichtungen folgten. Der „Durchbruch“ gelang Nessie allerdings am 2. Mai 1933. Die einheimische Zeitung Inverness Courier berichtete in einem Artikel über Einheimische, die ein riesiges Tier im See gesehen hätten. Ein Redakteur bezeichnete Nessie sogar als „Monster“. Das Medienecho war unglaublich. Aus London wurden Kamerateams geschickt, ein Zirkus bot eine beachtliche Summe, um das Ungeheuer einfangen zu lassen. Doch niemand konnte je seine Existenz beweisen.

Nessie-Fans müssen nun damit leben, dass ihr mysteriöses Ungeheuer in Wirklichkeit ein riesiger Aal ist.

Titelbild: ©iStock

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