Time Magazine kürt „Person of the year“ und überrascht!

In diesem Jahr trägt nicht nur eine Person den ehrenvollen Titel.

Bereits seit 1927 wählt das „Time Magazine“ aus den USA jährlich die „Person des Jahres“. Die Redaktion ehrt mit diesem Titel eine Person, die unsere Welt im jeweiligen Jahr maßgebend zum Guten oder Schlechten verändert habe. Staatsmänner, Künstler, Stars und Personen des öffentlichen Lebens sehen eine Auszeichnung im positiven Sinne als große Ehre.


Auch in diesem Jahr wurde die Person des Jahres gewählt – und die Redaktion überraschte. Es wurde keine direkte Person ernannt, sondern eine ganze Gruppe von Menschen, die eine Bewegung in Gang brachten, die die Schlagzeilen der letzten Monate beherrschte: #metoo. Damit ist die Debatte um die sexuellen Übergriffe auf Frauen in Hollywood gemeint. Der Missbrauchsskandal um den TV-Produzenten Harvey Weinstein, der viele Schauspielerinnen belästigt haben soll, hat das Jahr geprägt. Die Opfer des Hollywood-Urgesteins haben sich vereint und die Geschehnisse öffentlich gemacht. Ihrem Beispiel folgte mutige Frauen auf der ganzen Welt unter dem Hashtag #metoo.

Radio DJ David Mueller groped Taylor Swift during a photo op in 2013. She reported him to his radio station, KYGO, and he was terminated. He said her accusations were false and sued Swift. She countersued for $1 and won. "When I testified, I had already had to watch this man’s attorney bully, badger and harass my team, including my mother … I was angry. In that moment, I decided to forgo any courtroom formalities and just answer the questions the way it happened. This man hadn’t considered any formalities when he assaulted me … Why should I be polite? I’m told it was the most amount of times the word ass has ever been said in Colorado federal court." (Mueller’s lawyer did not respond to multiple requests for comment.) @taylorswift is among the Silence Breakers, TIME's Person of the Year. Read the full story on TIME.com. Photograph by Billy & Hells for TIME. #TIMEPOY

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Immer mehr Missbrauchsskandale kommen nun ans Licht. So musste sich auch der Schauspieler Kevin Spacey nach Vorwürfen sexueller Äußerungen und einem Übergriff auf einen Minderjährigen vor vielen Jahren verantworten. Der Stars aus der Netflix-Erfolgsserie „House of Cards“ wurde gefeuert. Wenig später outete sich der Schauspieler als homosexuell.

Susan Fowler’s February blog post about the harassment she experienced as an engineer at @uber went viral. Uber then launched an investigation that led to the ousting of its CEO Travis Kalanick and more than 20 other employees. "When other women spoke out, they were retaliated against. So there were certain things that I thought I could avoid: 'I'm not going to sue, because they'll make me sign a non­disclosure agreement. I'm not going to do press right afterward, because they'll say I’m doing it for attention. I can’t have any emotion in my blog. I have to be very, very detached.' And I had to make sure that every single thing that I included in there had extensive physical documentation, so it couldn’t be 'he said, she said.' And that's what I did." @susanthesquark is among the Silence Breakers, TIME's Person of the Year. Read the full story on TIME.com. Photograph by Billy & Hells for TIME. #TIMEPOY

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Mit der Ernennung des #metoo werden nun die „Personen, die das Schweigen brachen“ geehrt. Auf dem aktuellen Cover des Time Magazine sind die Schauspielerinnen Ashley Judd, Adama Iwu, Isabel Pascual, die Sängerin Taylor Swift und die Software-Entwicklerin Susan Fowler zu sehen. Fowler sprach sich gegen Belästigung am Arbeitsplatz aus, worauf der „Uber“-Chef Travis Kalanick seinen Job verlor. Taylor Swift klagte bei Gericht gegen einen Radio-Moderator, der ihr körperlich nah kam und gewann den Prozess. Auf dem Cover ist auch ein rechter Arm am Rand des Bildes zu sehen – er steht symbolisch für alle anderen Frauen, die ihre Geschichte publik machten und so Stärke und Mut bewiesen. Sowie für alle Frauen, die betroffen sind.
Der Chefredakteur der Time erklärte: „Die mitreißenden Handlungen der Frauen auf unserer Titelseite gemeinsam mit Hunderten anderen sowie vielen Männern haben eine der schnellsten Veränderungen in unserer Kultur seit den Sechzigerjahren freigesetzt.“

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