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Fieber bei Erwachsenen: So wird es gemessen und behandelt

Ab welcher Temperatur leidet ein Erwachsener unter Fieber? Wann sollte man zum Arzt? Wie lässt es sich senken? Die Antworten auf diese und weitere Fragen findet ihr hier!

Eltern können ein Lied davon singen, denn vor allem Kinder bekommen häufig Fieber. Doch auch Erwachsene können als Symptom einer Erkrankung unter Fieber leiden.

Was ist Fieber?

Der menschliche Körper hat eine sogenannte Körperkerntemperatur. Diese beträgt 38°Celsius. Wird sie überschritten, sprechen Mediziner von Fieber. Das gilt für Erwachsene sowie für Kinder und Säuglinge.

Viele Menschen zucken bei dem Wort Fieber erst einmal zusammen. Dabei ist genau das eine äußerst sinnvolle Reaktion des Körpers. Wird eine Erkrankung durch Bakterien oder einen Virus festgestellt, erhöht der Körper von selbst seine Temperatur, um die Schädlinge einzudämmen oder zu töten. Denn viele der Erreger bevorzugen eine bestimmte wohlige Umgebung und die schließt nunmal eine normale Körpertemperatur ein.

Da aber auch die Enzyme im menschlichen Körper darauf bestehen, wird Fieber irgendwann auch bei Erwachsenen gefährlich. Geht das Fieber nicht runter und bleibt über längere Zeit bei 41°C kann es sogar zu einer Lebensbedrohung werden.

Fieber bei Erwachsenen: Was sind die Ursachen?

Wenn Erwachsene an Fieber leiden, kann das zahlreiche Ursachen haben. Im Grunde ist es aber immer ein Zeichen, dass der Körper mit einer bestimmten Belastung zu kämpfen hat. Das kann eine Infektion durch einen Virus sein, aber auch ein schwerer Muskelkateroder das Einsetzen der Periode.

Ab wann sollte man mit Fieber zum Arzt gehen?

Wenn das Fieber länger als 48 Stunden anhält und nicht runter geht, oder die 40°C erreicht, sollte ein Arzt konsultiert werden! Außerdem dann, wenn bei Erwachsenen weitere Symptome wie Kopfschmerzen, Durchfall und Erbrechen hinzu kommen. Bei Säuglingen und Kleinkindern empfiehlt es sich, eine Temperatur von über 38°C immer durch einen Arzt untersuchen zu lassen.

Wann muss man ins Krankenhaus?

Erwachsene können sicherlich am besten einschätzen, wie sie sich fühlen und ob der Weg zur Notaufnahme bei Fieber tatsächlich sinnvoll ist. Hält das Fieber allerdings über mehrere Tage an, erreicht die 41°C oder es kommen Ohnmacht und Kreislaufzusammenbrüche dazu, sollte nicht lange überlegt werden: ab ins Krankenhaus! In lebensbedrohlichen Fällen kommt sogar die Krankenkasse für den teuren Einsatz eines Krankenwagens auf. Dieser sollte bei Krämpfen und Bewusstseinstrübungen als Transportmittel ins Krankenhaus dem Auto oder der Bahn vorgezogen werden.

Quelle: meine-gesundheit.de

Fieber messen: Varianten

Fieber kann bei Erwachsenen auf verschiedene Art und Weise gemessen werden. So wird zwischen der rektalen Methode, dem Messen unter der Zunge und den Achseln, im Ohr und auf der Stirn unterschieden.

Eines vorweg: Die rektale Methode ist zwar nicht sehr beliebt, dafür ist sie aber die genauste. Dafür die Spitze des Thermometers mit etwas Vaseline einfetten und zur Messung auf den Rücken oder auf die Seite legen.

Gleich danach kommt die Fieber-Messung im Mund. Der Erwachsene sollte etwa 30 Minuten vorher nichts Kaltes oder Warmes getrunken oder gegessen haben. Dadurch kann das Ergebnis erheblich verfälscht werden. Die Spitze des Thermometers sollte direkt unter der Zunge liegen und der Mund muss geschlossen sein. Im Falle eines Infekts oder einer Erkältung verzichten viele Erwachsene daher auf diese Art der Fiebermessung.

Am ungenausten ist die Variante unter den Achseln, da die gemessene Temperatur ein bis zwei Grad von der tatsächlichen Körpertemperatur abweicht. Außerdem dauert sie mit etwa fünf Minuten auch am längsten. Diese Methode ist daher nicht zu empfehlen.

Fieber messen im Ohr und auf der Stirn

Es gibt seit vielen Jahren spezielle Geräte, die Fieber bei Erwachsenen und Kindern im Ohr und auf der Stirn messen können. Letzteres ist vor allem für Eltern von Vorteil, da sie die Körpertemperatur ihres Kindes auch im Schlaf ermitteln können. Allerdings ist das es sehr ungenau.

Möchte man das Fieber im Ohr messen, sollte bei Erwachsenen das Ohr ein wenig nach oben hinten gezogen werden. So öffnet sich der Gehörgang und das Messgerät kann ins Ohr eingeführt werden. Bei Säuglingen sollte das Ohr dagegen nur nach hinten gezogen werden.

Achtung: Vor Gebrauch unbedingt die Gebrauchsanweisung des Geräts sorgfältig durchlesen!

Quelle: apotheken-umschau.de

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Einfach und verlässlich: Viele Mediziner schwören darauf, Fieber im Ohr zu messen. ©iStock

Fieber bei Erwachsenen senken

Wadenwickel

Grundsätzlich gibt es ein paar Hausmittel, die helfen, wenn das Fieber nicht mehr runter geht. Zu den beliebtesten gehören lauwarme Wadenwickel. Dafür ein Leinentuch in lauwarmes Wasser legen und anschließend gut auswringen. Nun kommt es auf den Unterschenkel. Darüber ein trockenes und saugfähiges Tuch legen. Zuletzt alles mit einem Baumwolltuch einwickeln. Das soll die Wärme des Wickels erhalten und schließlich das Fieber senken.

Bitte beachten: Bei Kindern sollte das Wasser handwarm sein – also in etwa 28 bis 32°C, um Fieber zu senken. Bei Erwachsenen darf der Temperaturunterschied ruhig größer sein – circa 16 bis 20°C. Es kommt zwar zunächst zu einer Gefäßverengung, später weiten sie sich allerdings. Dadurch wird die Wärme besser aufgenommen.

Medikamente

Erwachsene bekommen bei Fieber häufig Paracetamol oder bestimmte Entzündungshemmer. Die Ursache des Fiebers (Infektion durch einen Virus etc.) behandelt der Arzt gezielt und erregerbezogen. In einigen Fällen werden als Fiebermittel sogar Antibiotika verschrieben, um es zu senken und die Viren bzw. die Erreger zu behandeln.

Rheumatisches Fieber

Rheumatisches Fieber tritt in Deutschland mittlerweile nur noch sehr selten auf. In Gegenden mit einer schlechten medizinischen Versorgung stellt es dagegen ein großes Problem dar. Wird es nicht behandelt, kann es sogar zum Tod führen.

Was ist das?

Mehrere Wochen nach einer Infektion kann rheumatisches Fieber auftreten. In diesem Fall werden die Zellen von den körpereigenen Abwehrkräften angegriffen. Das führt zu Entzündungen an Haut, Gelenken und im schlimmsten Fall am Herzen. Bei Erwachsenen äußern sich die Symptome als Fieber und Gelenkschmerzen. Zudem sind die Gelenke gerötet und angeschwollen. Kinder leiden meist zusätzlich unter Bauchschmerzen und unkontrollierten Bewegungen.

Erkrankte ein Erwachsener im Kindesalter an rheumatischem Fieber, kann dies zu chronischen Leiden führen. Es gilt dagegen als unwahrscheinlich als Erwachsener daran zu erkranken, wenn man es als Kind nie hatte.

Wie wird rheumatisches Fieber behandelt?

Erwachsene bekommen Antibiotika. Ist das Herz auch betroffen, setzen Mediziner als Fiebermittel zusätzlich Ibuprofen oder Naproxen ein. Sind die Herzklappen geschädigt, hilft nur noch eine Operation. Wurde das Herz stark in Mitleidenschaft gezogen, müssen sich Erwachsene einer Langzeittherapie in Form von Tabletten oder Spritzen unterziehen. Dadurch soll verhindert werden, dass die Krankheit ein weiteres Mal ausbricht und keine langfristigen Schäden entstehen.

Titelbild: ©iStock

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